Klimaschutzprojekt im Senegal: Kochöfen
Klimaschutz und resiliente Lebensgrundlagen für vulnerable Menschen im Senegal
Im Senegal, insbesondere in der Region Fatick im Distrikt Toubacouta, sind die Folgen der Klimakrise bereits deutlich spürbar: Wälder und Mangroven werden zunehmend degradiert, fruchtbare Böden versalzen, und die verfügbaren Wasserressourcen nehmen ab. Dies bedroht die Ernährungssicherheit zahlreicher Haushalte. Nachhaltige Praktiken wie Entwaldung, die Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie ineffiziente Kochmethoden setzten ohnehin fragile Ökosysteme zusätzlich unter Druck.
Ein zentraler Treiber ist der hohe Bedarf an Brennholz und Holzkohle in ländlichen Regionen. Viele Haushalte kochen nach wie vor auf traditionellen Feuerstellen, etwa dem sogenannten „Drei-Steine-Feuer“, die nicht nur enorme Holzmengen verbrauchen, sondern auch gesundheitsschädlichen Rauch erzeugen. Besonders betroffen sind Frauen. Sie sind Hauptverantwortliche für das Kochen und die Brennholzbeschaffung und sind daher einer erhöhten gesundheitlichen Belastung ausgesetzt und verlieren wertvolle Zeit, die ihnen anderweitig fehlt.
Das Projekt ACTER – Actions for Climate Resilience in the Region of Fatick setzt hier an: Es kombiniert Klimaschutz durch emissionsarme Kochtechnologien mit Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Wiederherstellung von Wäldern und Agrarflächen. Durch die Verteilung energieeffizienter Kochöfen an 3.000 Haushalte und durch gemeinschaftsbasiertes Ressourcenmanagement werden CO₂-Emissionen reduziert und gleichzeitig Lebensgrundlagen langfristig geschützt.
Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort
ACTER verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der nachweisbaren Emissionsreduktion stärkt das Projekt die Resilienz ganzer Gemeinden und fördert eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der SDGs.
Konkret trägt das Projekt u. a. dazu bei:
- Wälder, Mangroven und Agrarflächen zu schützen und wiederherzustellen (z. B. durch lokale Managementkomitees, Schutzgebiete, Wiederaufforstung und Farmer Managed Natural Regeneration).
- Frauen zu entlasten und zu stärken, indem Rauchbelastung und Brennholzverbrauch sinken und Frauen mehr Zeit für Bildung, Einkommen oder Gemeinschaftsaktivitäten gewinnen.
- Einkommensmöglichkeiten zu fördern, u. a. durch die lokale Produktion der verbesserten Kochöfen sowie durch Schulungen und wirtschaftliche Stärkung von Frauengruppen.
Umweltbildung und Bewusstseinsbildung in Dörfern und Schulen zu etablieren, um langfristige Verhaltensänderung zu erreichen. - Klimaschutz wissenschaftlich begleiten zu lassen, u. a. durch Monitoring sowie Forschung und Lehre in Kooperation mit BOKU und lokalen Universitäten.
Das Projekt leistet damit konkrete Beiträge zu den SDGs 1, 2, 3, 5, 12, 13, 15 und 17.








